Auf dem Weg zu neuen Therapieansätzen

Noch vor wenigen Jahren hielt man CDKL5-Mutationen für irrelevant, weil sie einfach viel zu selten auftauchten. Mittlerweile ist sich die Forschung sicher, dass CDKL5-Mutiationen zu den häufigsten Ursachen genetisch bedingter frühkindlicher Epilepsie gehört.
Die entscheidende Frage bei der Suche nach einer Therapie lautet:

Zwar wissen wir, dass Mutationen zu CDKL5 Deficiency Disorder führen, aber nicht, wie der Prozess genau abläuft.

Die Forschung versucht deshalb , alle Signalwege vom CDKL5-Gen zum Gehirn nachzuvollziehen um herauszufinden, wo therapeutisch angesetzt werden kann.
Außerdem wird am Mausmodell intensiv daran gearbeitet, herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen eine Wiederherstellung der Genfunktion die Defizite der k.o.-Mäuse beheben kann.

 

Therapieansatz 1: Epileptische Anfälle behandeln

CDKL5 Deutschland e.V. arbeitet mit der Forschung zusammen, um neue oder umgewidmete Epilepsie-Medikamente in klinischen Studien zu testen:
Beispiele: ganaxolone (MARIGOLD Studie), OV935 (ARCADE Studie), Fenfluramin, Sertralin, CBD und andere
Darüber kommen bei CDKL5-Kindern auch Vagusnerv-Stimulatoren (VNS) zum Einsatz. Einen Erfahrungsbericht lesen sie hier!

 

Therapieansatz 2: Protein-Ersatz-Therapie

Dieser Ansatz geht einen Schritt näher an die Ursache des Krankheitsbildes heran. Das CDKL5 Protein wird mithilfe von Bio-Engineering produziert und Patienten verabreicht, um die gestörte Genfunktion zu ersetzen. Für weitere Informationen besuchen Sie die Seite AmicusRx.com

 

Therapieansatz 3: Genetische Eingriffe

3.1. Die Gentherapie

Bei der Gentherapie wird dem Patienten eine funktionierende Kopie eines CDKL5-Gens über den AAV Virus zugeführt. Weitere Informationen zu den vorklinischen Programmen finden sich bei AmicusRx.com und Ultragenyx.com

3.2 X-Reaktivierung

Bei weiblichen CDKL5-Patienten gibt es neben den mutierten CDKL5-Genen gesunde Gene auf dem inaktiven zweiten X-Chromosom. Momentan wird daran geforscht, wie diese gesunden Gene aktiviert werden können.

3.3 Genome Editing

Das Genome Editing versucht Nonsense-Mutationen im CDKL5-Gen durch Wirkstoffe wie Ataluren zu unterdrücken. Splicing- Mutationen in der CDKL5-RNS werden mit ASO Therapien bekämpft. Schließlich wird auch eine Korrektur der Mutation auf dem CDKL5-Gen durch Techniken wie Crispr angestrebt.

CDKL5 Alliance

Die CDKL5 Forschung braucht internationale Zusammenarbeit.

Der Dachverband CDKL5 Alliance führt daher ein zentrales Patientenregister. Außerdem setzt er sich mit Behörden wie FDA und EMA an einen Tisch und schließt Partnerschaften mit Kliniken und Unternehmen.

CDKL5 Alliance